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Geschichte der Gemeinde Ossingen

 

Neolithische Sumpfrandsiedlungen am Hausersee, hallstattzeitliche Grabhügel im Speck und im Hattlebuck, römische Funde im Goldbuck (Kalkbrennofen) und bei Burghof (Brandgrab), frühmittelalterliches Gräberfeld im Goldbuck. Ein Kelnhof war im Hochmittelalter grund- und gerichtsherrliches Verwaltungszentrum des Klosters Reichenau, danach Reichenauer Lehen der Kyburger, nach deren Aussterben 1264 der Habsburger. 1377 als Teil des ehemaligen habsburgischen Amts Andelfingen an die Hohenlandenberger verpfändet, kam Ossingen 1434 mit diesem an Zürich. Religiöses Zentrum war bis 1814 die Kirche Hausen, auch nachdem die St. Gallus geweihte Kapelle in Ossingen 1651 zur Kirche umgebaut und der Gottesdienst dahin verlegt worden waren. Kollatur und Zehnten gehörten bis ins 14. Jahrhundert dem jeweiligen Grund- und Gerichtsherrn, danach dem Domstift Konstanz, 1649 pfandweise der Stadt Winterthur, ab 1674 der Stadt Zürich.

Zur Zeit der Reformation hielten sich alter Volksglaube und das Wiedertäuferwesen in Ossingen hartnäckiger, als es der Zürcher Obrigkeit lieb war. Im 16. Jahrhundert schloss sich die von der Minderheit der Vollbauern bestimmte Dorfgemeinde ab. Sie hielt Zuzüger, aber auch die textile Heimindustrie und im 19. Jahrhundert die moderne Industrie fern. Getreidebau im Dreizelgensystem dominierte die vorindustrielle Landwirtschaft, ergänzt durch marktorientierte Weinproduktion. Ossingen war ab dem Spätmittelalter Marktflecken und Säumerstation am alten Handelsweg von der voralpinen Ostschweiz nach Schaffhausen; eine Ziegel- und Kalkbrennerei bestand bis Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Anschluss an die Bahnlinie Winterthur-Singen 1875 brachte kaum Wachstumsimpulse. Die Güterzusammenlegung um 1935 und die Aussiedlung ab 1947 verliehen der Landwirtschaft ein neues Gesicht. Im Gebiet der Seen wurde in beiden Weltkriegen industriell Torf gewonnen. Das jüngste, massvolle Wachstum setzte innerhalb zurückhaltender Planung erst ca. 1980 ein, als immer noch 30% der Bevölkerung im Landbau beschäftigt waren.

Ossingen entwickelte sich zur bevorzugten Wohngemeinde von Pendlern nach Winterthur und Zürich mit umfassender Infrastruktur und beispielhaft geschützter Landschaft an Hausersee und Thur. Die weitgehend erhalten gebliebene bäuerliche Bausubstanz aus dem 17. bis 19. Jahrhundert wird in schonender Weise für Wohnzwecke und Gewerbe umgenutzt.

Hausen bei Ossingen
Im Wesentlichen aus Kirche, ehemaligem Pfarrhaus, Sigristenhaus und drei Bauernhäusern bestehende Siedlung der Gemeinde Ossingen. Die urkundliche Vergabung des Patronats einer Kirche Hausen 1112 an das Kloster Allerheiligen betrifft vermutlich ein Hausen in Süddeutschland. Erste sichere urkundliche Erwähnung 1274 Husen. Das St. Georg geweihte Gotteshaus stand im Hochmittelalter dem Kloster Reichenau zu und gelangte 1360 über die Habsburger an das Domstift Konstanz. Auf diese Zeit geht wohl der 1956 unter Schutz der Eidgenossenschaft gestellte Kirchenbau zurück, der Polygonalchor auf Bauten von 1486-90. Bei der Renovation 1957-61 kamen teils im heutigen Bau integrierte Reste einer romanischen Kirche mit Langhaus und Chor, 1972 gotischen Schichten unter dem Pfarrhaus des 16. Jahrhundert zum Vorschein. Bis 1651 diente die Kirche als Pfarrkirche, bis 1814 als sakrales Zentrum der ganzen Kirchgemeinde Ossingen und bis 1951 als Pfarrsitz.

Näheres zur Ossinger Geschichte gibt es im Buch "Geschichte der Gemeinde Ossingen" von Otto Sigg.

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